Plastik im Grüngut bringt Bauern auf die Palme. Zurecht.

Im Grüngut, das in den Städten und Agglomerationen gesammelt wird, hat es zu viel Plastik. Für die Bauern und die Vergärwerke wird das zunehmend ein Problem, wie Recherchen von SRF zeigen.

Eigentlich wäre es eine sinnvolle Sache: Aus Grüngut kann man Strom und Wärme gewinnen und der Rest wird dann als Kompost auf die Felder gebracht.

«Ist der Bauer in die Abfallentsorgung eingestiegen?»
Willy Mathys, ein Bauer aus dem zürcherischen Urdorf aber, erschrak bei der letzten solchen Lieferung: «Anstatt schwarz war das Feld schwarz-weiss gepunktet. Die Bevölkerung fragt sich dann schon: Was macht der Bauer da? Ist er jetzt in die Abfallentsorgung eingestiegen?» Denn die weissen Punkte waren Plastikteile.
Mathys überlegt sich nun – wie viele andere Bauern in der Schweiz auch – ob er auf diesen Kompost verzichten soll.

«Das ist ein Riesenthema»
Die Biogasanlagen bleiben jedenfalls zunehmend darauf sitzen. Das bestätigt Helmut Vetter, der Leiter des Vergärwerks der Stadt Zürich: «Das ist ein Riesenthema. Im Bioabfall werden Dinge entsorgt, die biologisch nicht abbaubar sind.» Zwar trennen 90 Prozent der Privatpersonen ihr Grüngut korrekt, aber einige wickeln die Rüstabfälle aus der Küche in Plastiksäcklein oder schmeissen gar ganz normalen Abfall in die Grüntonne.
In der Vergäranlage wird zwar so viel wie möglich wieder ausgesondert und der Kompost wird gesiebt. Aber Abfallexperte Vetter weiss: «Wie bei jeder Technik ist so eine Elimination nie zu 100 Prozent möglich, sondern nur zu 98 oder 99 Prozent.»

Als Dünger ungeeignet
Die Biogasanlagen können ihren Kompost nicht wie geplant als Dünger verkaufen – sie müssen sogar noch draufzahlen, damit ihn die Bauern nehmen.
In Städten wie Zürich, Bern oder Basel ist das Problem so gross, dass ein Teil des eingesammelten Grüngutes – meist aus Quartieren mit grossem Ausländeranteil – unterdessen gar nicht mehr in den Vergärwerken landet. Es wird trotz Trennung als ganz normaler Abfall verbrannt.

Radiobeitrag hier hören

Quelle: SRF.ch

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